Kreativität braucht Langeweile (Oder: Warum Nichtstun wichtig für Erfolg ist)

Kreativität braucht Langeweile (Oder: Warum Nichtstun wichtig für Erfolg ist)

September 15, 2022 Berufung leben 0

Kreativität fördern – Warum Nichtstun und Langeweile wichtig für gute Ideen und Erfolg sind

Warum Du Dich mehr langweilen darfst, wenn Du Deine Kreativität fördern und Dein Business wachsen lassen möchtest

Seit kurzem bin ich zurück aus meiner Insta- und Podcastpause. Wie bereits letztes Jahr habe ich auch diesen Sommer wieder zwei Monate lang keine neuen Podcastfolgen veröffentlicht, (fast) nichts auf Insta gepostet und auch kaum Instagram-Inhalte konsumiert.

Schon nach wenigen Tagen Instapause – man könnte es auch „Detox“ nennen – fielen mir zwei Dinge besonders auf: Erstens, dass ich wesentlich ruhiger wurde (bei Interesse kannst Du in Podcastfolge 85 mehr darüber erfahren). Und zweitens, dass ich plötzlich SO VIEL ZEIT (!) hatte.

Letzteres ist auch überhaupt kein Wunder, denn vor meiner Pause hatte ich täglich locker ein bis zwei Stunden auf Insta verbracht. Das hört sich, je nachdem, ob Du selbst auf Insta bist und wie Du es nutzt, vielleicht viel für Dich an, aber gerade wenn man Insta (unter anderem) beruflich nutzt, kann diese Zeit wirklich schnell zusammenkommen.

Plötzlich hatte ich also locker ein bis zwei Stunden mehr Zeit am Tag – und zusätzlich ja auch noch deutlich weniger zu tun, weil ich keine Inhalte für Insta mehr vorbereiten musste, keine Podcastfolgen produzierte und publizierte, und auch gerade keinen Launch am Start oder in Planung hatte.

Und was soll ich sagen… Meine Zeit wurde wirklich länger. Sie dehnte sich aus. Ich hatte mehr Zeit, mehr Raum, mehr Weite. Zwar habe ich in meiner Sommerpause auch bewusst mehr Menschen als üblich getroffen (hatte da was nachzuholen), aber trotzdem gab es auch immer wieder Tage, an denen ich mich mittags schon fragte „Was mach ich denn jetzt mit dem Rest des Tages?“

„Was mach ich denn jetzt mit dem Rest des Tages?“

Auf die Frage ist mir natürlich immer was eingefallen, wirklich langweilig im herkömmlichen Sinn ist mir äußerst selten, weil ich so viele Interessen habe und mir immer was einfällt, was ich dann gerade lesen oder hören oder tun mag. Aber trotzdem habe ich manchmal die Zeit ganz bewusst lang sein lassen. Einfach durch die Gegend und ausm Fenster geguckt. Oder draußen im Grünen gesessen und den Himmel, die Bäume, das Wasser, die Menschen angeschaut. Ich kann echt gut sitzen und gucken und die Gedanken schweifen lassen.

Inzwischen bin ich so richtig zurück aus meiner Pause und ich kann sagen: Die Ideen sprudeln nur so aus mir heraus, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. In der Form wirklich schon JAHRE nicht mehr. Ich habe so viele gute Ideen, dass ich wirklich kaum hinterherkomme, sie alle auch nur zu notieren, geschweige denn umzusetzen. „Zum Glück“ ist mein (sehr freudvoller) „Sozialstress-Sommer“ nun vorbei und ich hab immerhin einigermaßen viel Zeit, die besten Ideen eine nach der anderen umzusetzen.

Um Dir mal ganz eindeutig klarzumachen, was für eine krasse Entwicklung das für mich ist, skizziere ich Dir kurz, wie es mir kurz vor dem Start meiner Sommerpause, also Ende Juni, ging:

Ich war total dicht.

Nein, damit meine ich nicht bekifft.

Ich meine: Mein Energiefeld war total dicht, weil ich gerade aus einer mega intensiven Phase des Tuns kam. Ich hatte gerade einen 6-wöchigen Launch hinter mir. (Meeega viel zu lang, ich werde NIE wieder so einen langen Launch machen, aber dazu vielleicht ein andern Mal mehr.)

Das bedeutet: Ich habe super viel kommuniziert, Inhalte für Insta erstellt und geteilt, E-Mails geschrieben, mit Interessentinnen kommuniziert, Orga- und Technikkram erledigt, dazu noch Podcasts produziert und publiziert und was weiß ich noch alles.

Mega intensive Arbeitsphase

Es war eine mega intensive Arbeitsphase und ich war so fokussiert, dass es sich rückblickend wirklich anfühlt, als wäre ich in einem Tunnel gewesen. Ich glaube, dass solche Phasen des fokussierten Tuns generell zum Leben und zu kreativen Prozessen dazugehören, allerdings neige ich (wie so viele von uns, hallo kapitalistische, toxisch-yang-geprägte Leistungsgesellschaft) da doch auch zum Übertreiben.

Am Ende dieser Tuns-Phase fühlte ich mich leer, müde, unzufrieden (wegen des Launch-Ergebnisses, hierzu sei nochmal Folge 85 [?!] empfohlen) und vor allem auch: ziellos, orientierungslos und relativ visionslos was nächste kreative Projekte und die weitere Entwicklung meines Business anging.

Von dort kam ich also.

Und hier bin ich wieder, zweieinhalb Monate später, als kraftvoll sprudelnder Kreativitätsbrunnen.

Was ist geschehen?

Ich glaube… nein, ich weiß (!), dass meine Pause essenziell dafür war, dass ich heute wieder mit so vielen Ideen und Tatkraft am Start bin. Denn, und das steht ja bereits im Titel dieses Beitrags: Kreativität braucht einfach Langeweile!

Kreativität braucht LANGE WEILE.

Kreativität braucht Raum und Weite. Wir müssen offen und empfänglich sein, damit Ideen bei uns landen können. (Ich glaube, dass dieses Konzept aus Liz Gilberts Buch „Big Magic“ stammt, das ich ganz zu Beginn meiner Selbstständigkeit gelesen habe und das mich zutiefst berührt und inspiriert hat.)

Und wenn wir ständig nur im Tun sind und Tag für Tag von einer Aufgabe zur nächsten hetzen, dann ist da einfach keine/kaum Weite und kein Raum.

Natürlich können auch sehr stark eingebundene oder gar gestresste Menschen kreativ sein und wundervolle Dinge erschaffen. Ich beobachte das besonders bei alleinerziehenden Müttern, und auch bei nicht-alleinerziehenden Müttern, die in der „klassischen“ (und damit subtil ausbeuterisch geprägten) Rollenverteilung leben. Wirklich mega krass, wie die „neben“ dem kreativen Fulltimejob Kind(er) oft noch andere kreative Projekte gewuppt bekommen, in ihrer Selbstständigkeit vorankommen oder super Ergebnisse in ihrem Angestelltenjob erzielen.

Oft macht die zeitliche Knappheit diese Frauen besonders effizient, und Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Also: Auch da ist natürlich eine riesige Kreativität.

Kreativität fördern – was alles möglich wäre!

Ich frag mich allerdings, was bei diesen Frauen noch alles so möglich wäre und wie super kreativ sie wären, wenn sie mehr Raum dafür hätten. Und ich bin mir sicher, die Antwort zu kennen: Da wäre NE MENGE möglich und ihr kreatives Potential würde sich exponentiell entfalten.

Genauso sieht es meiner Meinung nach mit hochqualifizierten Fachkräften aller Gender, egal ob mit oder ohne Kinder, aus. Klar, wir (als Gesellschaft) tun und erschaffen auch so wie wir heute arbeiten (meist unter Zeitdruck und eben nicht mit super viel Raum), unfassbar kreative Dinge.

Aber ich bin mir sicher: Da ist noch so viel Potential, so viel „Luft nach oben“. Und um die massiven Herausforderungen unserer Zeit zu lösen, brauchen wir noch viel bessere Lösungen, menschlichere Lösungen. Um diese Herausforderungen zu lösen, MÜSSEN wir als Gesellschaft noch kreativer und freier werden. Und dafür brauchen wir alle mehr Raum.

So viel zu meiner heutigen gesellschaftspolitischen Abhandlung.

Da ich mich aber mit meiner Arbeit an Dich als Einzelne – und aktuell insbesondere auch vermehrt an Dich als beruflich Selbstständige (in spe) – richte, möchte ich das Thema wieder weg von der Gesellschaft und hin zu Dir holen:

Wenn Du das Gefühl hast, Du brauchst neue Ideen, bestimmte Lösungen oder mehr Klarheit für Deine nächsten Schritte mit Deinem Business/Deiner Selbstständigkeit, dann frag Dich mal ganz aufrichtig: Hast Du überhaupt Raum dafür?

Die Hustle-Kultur – das Gegenteil von echtem Kreativität fördern

Wir sind noch immer geprägt von einer „Hustle“-Kultur – einer Kultur, die zutiefst daran glaubt, dass Erfolg durchs Tun kommt. Mehr machen = mehr Erfolg; so lautet wohl ein Grundglaube in dieser Kultur. Der Glaube ans „Hustlen“ ist übrigens teilweise auch gerade unter Unternehmer:innen sehr verbreitet.

Und es ist ja auch nicht so, dass Tun KEIN Faktor von Erfolg wäre. Das ist es, wir dürfen immer wieder fokussiert ins Tun kommen, um unsere Ideen Realität werden zu lassen. Aber wir brauchen eben gleichermaßen das Nichtstun, die Langeweile, damit sich das bereits Getane integrieren und wachsen kann und damit Ideen und Inspiration für unser nächsten Taten in unserem Feld ankommen, sich setzen und gedeihen können.

Aufgrund unserer Konditionierung zum Tun, unserer Konditionierung von „machen = Erfolg“, oder spirituell ausgedrückt: unserer toxisch-yang-geprägten Kultur, fällt es vielen von uns unglaublich schwer, wirklich ins Nichtstun zu kommen, uns zu verlangsamen.

Und mir ist klar, dass das hier gerade eine privilegierte Diskussion ist, weil nicht jede:r von uns überhaupt die Wahl hat, ob sie:er jetzt mal weniger tut. Aber viele von uns haben die Wahl eben glücklicherweise doch, und entscheiden sich unbewusst aus Angst gegen das Nichtstun: Aus Angst vor den Dingen, die in der Weite hochkommen könnten. Aus Angst davor, nie wieder ins Tun zu finden.

Auch das ist übrigens ein total kapitalistisch und irgendwie auch religiös (protestantisch?!) verzerrtes Menschenbild: Dass wir faul sind. Dass wir uns mäßigen und disziplinieren müssen und ansonsten unser Leben den Bach runtergeht.

Mein Menschenbild (ist ein liebevolles!)

Ich glaube daran absolut nicht; ich hab ein total anderes Bild von uns Menschen: Ich bin überzeugt davon, dass jede:r von uns von Natur aus kreativ ist. Dass jede:r von uns sich selbst ausdrücken, etwas erschaffen und damit etwas zum Wohl der Gemeinschaft beitragen möchte. Bloß haben eben die Zwänge unserer „Kultur“ und unserer kapitalistisch-geprägten Lebensweise sooo viele von uns so erschöpft, dass unsere natürliche Kreativität auch irgendwie erstmal erschöpft ist. Ausgemergelt. Aber sie kann sich definitiv erholen. Und dafür braucht sie – rate mal! – genau, Raum. Weite.

Falls Du also zu den privilegierten Menschen gehörst, die die Möglichkeit haben, die Zeit hier und da mal etwas länger werden zu lassen (zum Beispiel dadurch, einfach mal abends nichts zu glotzen und/oder das Smartphone öfter mal um 18 Uhr auszumachen), lade ich Dich von Herzen ein, es auszuprobieren.

Die Weite, der Raum, die Stille können anfangs wie bereits angedeutet unkomfortabel sein und wirklich auch Ängste auslösen. (Aller guten Dinge sind drei, an dieser Stelle nochmal der Hinweis auf Folge 85.) In dem Fall lade ich Dich ein, dranzubleiben, das Unbehagen wahrzunehmen und Dich nicht übersprungsartig zum Tun verführen zu lassen.

Sei mit Deinem Raum, mit dem, was sich da entfaltet. 5 Minuten, 15 Minuten, 30 Minuten. Probier es aus. Ich bin mir sicher: Es wird Deine Kreativität fördern, Dich und Dein (zukünftiges) Business voranbringen. Und es wird Dir dabei dienen, wieder umso kraftvoller und inspirierter ins Tun zu kommen, wenn es wirklich dran ist.

Ich wünsche es Dir und ich wünsche es der Welt. Denn Du trägst Schätze in Dir, die für uns alle unfassbar wertvoll sind. Schenk Dir die Stille, die Du brauchst, um diese Schätze (Deine Ideen!) noch klarer wahrzunehmen.

Dein nächster Schritt

Wenn Du Dir kraftvolle, empathische und erfahrene Begleitung auf Deinem Weg in die/mit der beruflichen Selbstständigkeit wünschst, bin ich gerne mit meinem Mentoring-Programm, der Soul Business Intensivbegleitung für Dich da. HIER findest Du alle Infos dazu.

Wenn Du mich und meinen Blick auf Menschen und Business erstmal unverbindlich kennenlernen möchtest, ist meine 2-teilige Soul Business Masterclass für Dich. Trag Dich gerne direkt über das Formular unten dafür ein oder klick hier, um mehr darüber zu erfahren.

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Beitragsbild: Fernando Jorge, Pinbild: „No Revisions“, beide via unsplash.com

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Kreativität fördern – Warum Nichtstun und Langeweile wichtig für gute Ideen und Erfolg sind

Über die Autorin

Suzanne: Suzanne ist Achtsamkeitslehrerin & Businessmentorin.

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