Die Wahrheit über PMS

Die Wahrheit über PMS

Die Wahrheit über PMS: In der zweiten Zyklushälfte erleben viele Frauen ihren Körper & ihre Emotionen anders als in der ersten. Doch PMS ist nicht das, für was es viele halten...

Warum PMS nicht das ist, wofür viele es halten

Den Titel dieses Artikels so zu wählen, kostet mich etwas Überwindung. Denn niemand von uns hat „die eine Wahrheit“ über irgendwas. Es gibt sie nicht.

Doch das, was ich heute mit Dir teilen möchte, ist trotzdem mehr als „nur“ meine Wahrheit, mehr als eine Meinung. Es ist eine Wahrheit, die weit mehr als nur persönlich ist.

Es ist eine Wahrnehmung, die dringend ausgedrückt werden will.

Und so lasse ich es geschehen…

Willkommen im November

Ich schreibe diesen Artikel an einem Tag 29 meines Zyklus. Sozusagen Ende November in meinem persönlichen Zyklus. Draußen, im Jahreskreis, ist gerade Ende Juli.

(Falls Du mit den verschiedenen Zyklusphasen und damit, wie wir sie unter anderem im Jahreskreis wiederfinden, nicht vertraut bist, lies gerne diesen Artikel hier: Durch die Zyklen Deines Lebens in die Balance – so geht’s.)

Diese Phase in unserem Zyklus ist eine Zeit, in der wir noch stärker als sonst potentiell Zugang zu unglaublich tiefer Weisheit in uns haben. Wenn wir uns den Raum dafür erlauben und nehmen.

Für mich persönlich ist jeder Zyklus anders, auch wenn mein Zyklus von außen betrachtet sehr regelmäßig ist. Tag 29 ist nicht in jedem Zyklus von derselben Energie und Stimmung geprägt. Oft geht es in diesen Tagen für mich um Rückzug, Erkennen, tiefste Weisheit, Loslassen – aber manchmal fühle ich mich in den letzten und anschließend ersten Tagen des Zyklus auch relativ extrovertiert.

Ich finde es wichtig, das Wissen um innere und äußere Zyklen nicht zur „Self-Fulfilling Prophecy“ zu machen, sondern immer möglichst achtsam und bewusst damit zu sein, was für mich jetzt gerade WIRKLICH ist.

Und manchmal bedeutet das eben auch Party und Extraversion an Tag 29.

Aber heute ist/war es ein ziemlich typischer Tag 29.

Die Traurigkeit in meinem Herzen

Ich spürte bereits direkt nach dem Aufwachen eine tiefe Traurigkeit in meinem Herzen.

Manchmal hab ich das aufgrund meiner wilden Träume, weil ich da wieder mal irgendwas verarbeitet habe. Das löst sich dann aber in der Regel in meiner Morgenmeditation. (Die findest Du übrigens für Dich schön aufbereitet als geführte Medi in meinem Shop!)

Heute nicht.

Auch nach meiner klärenden und stärkenden Meditation blieb die Traurigkeit in meinem Herzen.

Also fragte ich mein kleines, großes, starkes, zartes Herz: “Was ist los?“ Und die Antwort kam im Nu: „Du lässt los!“ – und so war mir klar, dass heute doch mal wieder ein eher typischer Tag 29 sein würde.

Also ließ ich meine Pläne für den Tag gehen – ich hatte eigentlich eine Podcast-Episode aufnehmen wollen, Tanzen in meinem geliebten Tanz- und Yogastudio stand auf dem Plan und außerdem hatte ich eine lockere Telefonverabredung mit einer Freundin – und gab mich dem hin, was in dem Moment gerade wahrhaftig für mich war.

Ich erlaubte mir, mich zu entspannen und meine Traurigkeit zu spüren. Ich erlaubte dem Abschied, zu geschehen.

Dieses Mal war es ein Abschied von inneren Mustern, die ihren Sinn für mich gehabt hatten, aber mir jetzt nicht mehr dienen. Glaubenssätze, die mich bisher davon abgehalten hatten, noch heller zu strahlen und noch weiter in meine Kraft zu gehen.

Ich erkannte diesen Tag als das, was er war:

Als einen Feiertag.

Ein Feiertag

Und ich erlaubte mir, meine Traurigkeit zu ehren. Ich gönnte mir diesen entspannten Tag mit viel liebevoller Zuwendung mir selbst gegenüber (und zwei zweistündigen Whitney Houston-Dokus) von Herzen. Etwas zutiefst Vertrautes verabschiedete sich gerade. Auch wenn es mir nun nicht mehr dient: Es war mir zutiefst vertraut. Es waren Muster, die jahrzehntelang in mir gelebt hatten; ein Teil von mir gewesen waren.

Und während ich da so mit mir war und mir und allem, was gefühlt werden wollte, Raum gab, und einen Post für Insta drüber schrieb, hatte ich eine Millisekunde lang einen fiesen Gedanken.

Ich hatte den Gedanken, dass jemand mich verurteilen könnte.

Dass jemand mir sagen könnte, dass es nicht gesund ist, dieser Traurigkeit Raum zu geben. Dass jemand von mir denken könnte, dass irgendwas mit mir nicht stimmt, dass ich Depressionen habe oder so. (Es ist nichts Schlimmes, Depressionen zu haben! Es ist in Wahrheit eine ziemlich normale Reaktion auf die kranke Welt, in der wir leben. Aber es ist ja immer noch stigmatisiert. Das nur am Rande.)

Und dieser Gedanke – beziehungsweise meine innere Reaktion darauf – inspirierte mich! So sehr!

Ich wusste: Heute werde ich diesen Artikel schreiben!

Internalisierter Bullshit

Denn Gedanken dieser Art – die bei mir zum Glück meistens nur für Millisekunden wirken dürfen und dann sofort als Bullshit enttarnt werden und hochkant rausfliegen – sind nicht mein persönliches Problem.

Sie sind das Ergebnis einer toxischen, patriarchalen Prägung, die sich in so gut wie jeder von uns irgendwo wiederfindet.

Sie sind Symptome der kranken Überzeugung die unter anderem besagt, dass alles Feminine wertlos oder minderwertig dem Maskulinen gegenüber ist. Dass Emotionen kontrolliert werden müssen und dass Trauer, Wut und Ärger „negative“ Emotionen sind. (Sind sie nicht.)

Irgendwie kam mir dann das Wort PMS in den Kopf. Ich weiß nicht mal so richtig, was damit gemeint ist (ja ich weiß, es bedeutet Prämenstruelles Syndrom), werde es gleich mal googlen. Aber das ist ja so ein Schlagwort. Wenn frau vor der Menstruation „nicht gut drauf“ ist, heißt es ja schnell mal „ich hab PMS“.

Und wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass eine Frau sich „unerhört“ zickig benimmt, kommt ja auch gerne mal der Satz „die kriegt/hat wohl ihre Tage“. In der Regel mit einem abschätzigen Unterton.

Äußerst interessant.

So, jetzt google ich dat Janze erstmal fix. Dr. Wiki sagt:

„Prämenstruelles Syndrom (PMS) bezeichnet komplexe körperliche und emotionale Beschwerden im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, die vier bis vierzehn Tage vor dem Eintreten der Regelblutung in jedem Monatszyklus einer Frau auftreten können und mit Beginn der Regel aufhören.“

Ok, dann wusste ich doch, was damit gemeint ist.

Interessant, dass dieses Phänomen als „Syndrom“ gelabelt wird.

Das bringt das Ganze ja schon irgendwie mit „krank“ in Verbindung. Ich hab das Wort „Syndrom“ jedenfalls noch nie im Zusammenhang mit etwas sehr gesundem, heilsamen gehört.

Unser natürlicher Zyklus ist keine Krankheit!

Ich schreibe diesen Artikel unter anderem auch für Frauen, die an „PMS“ leiden. Denn meiner Meinung – und vor allem: Wahrnehmung! – nach ist das wahre Problem hier, dass wir unsere eigene Weisheit nicht hören (wollen) und unsere Wahrheit verdrängen.

Ich bin überzeugt davon, dass Frauen, die „PMS“ erfahren, in Wahrheit nicht irgendwelche total zufälligen „komplexen körperlichen und emotionalen Beschwerden“ erfahren, sondern dass diese Beschwerden Zeichen dafür sind, dass etwas in ihrem Leben (und in der Welt!) nicht stimmt. Dass sie ihre Wahrheit nicht oder zumindest nicht vollkommen leben.

Und es gibt auch eine kollektive Komponente hierin. Ich bin überzeugt davon, dass Frauen, wenn sie PMS „haben“ nicht nur ihren individuellen Schmerz spüren, sondern auch den der Frauen als Kollektiv. Den Schmerz der Weiblichkeit, des Femininen. Die Verletzungen aus mindestens ein paar tausend Jahren.

Auch ich habe früher meine Zyklen nicht geehrt und nicht erkannt.

Ich erinnere mich noch an einen Zyklus-Tag 1 in meinem letzten Angestelltenjob. Ich hatte ziemliche Krämpfe. Aushaltbar, aber schon deutlich spürbar. Ich weiß noch, dass meine Chefin mir quasi sagte, dass ich mich nicht so anstellen soll.

Nur die Harten kommen in Garten oder was?!

Nein, falsch.

Wir brauchen unsere Zartheit. Unsere Weichheit. Unsere Empfindsamkeit. Unsere Offenheit.

Um in den Garten zu kommen, den Himmel auf Erden. Das Paradies. In dem wir eigentlich schon immer leben könnten.

Es liegt an uns.

Die patriarchale Angst vor weiblicher Weisheit

Wann immer Frauen in Kontakt mit ihrer tiefen Weisheit, Wut, Ärger, ihrem Schmerz kommen, sind wir in unserer patriarchal geprägten Gesellschaft schnell dabei, das irgendwie als „krank“ oder zumindest „nicht normal“ zu labeln.

Heute ist es PMS, früher war es Hysterie und was weiß ich noch alles.

Die Wahrheit ist: In der letzten Phase unseres Zyklus und (jedenfalls für mich persönlich) ganz besonders in den letzten 5 – 7 Tagen kommen wir eigentlich in Kontakt mit sehr tiefer Wahrheit. Haben wir in der Tiefe Zugang zu dem, was vergeht, was wir loslassen.

Vielleicht auch zu dem, was nicht „richtig“ ist in unserem Leben und in der Welt. Zu dem, was sich ändert, ändern wird oder sich aus Sicht der Liebe, die wir sind, ändern MUSS.

Jede von uns hat von Natur aus einen eingebauten Bullshit-Sensor und der wird in dieser Zeit besonders sensibel.

Dieser Instinkt, diese Feinfühligkeit und auch das Feuer, mit dem wir potentiell in dieser Zeit ausdrücken, was nicht stimmt, sind Gottesgeschenke.

Wir haben sie geschenkt bekommen, um damit die Welt in Balance zu halten.

Es ist kein Zufall, dass die Welt so sehr aus der Balance geraten ist und wir gleichzeitig diese tiefe Kraft der Frauen und des weiblichen Zyklus abwerten und wie eine Krankheit behandeln.

Es ist kein Zufall.

Es ist kein Zufall.

(Du merkst, ich möchte, dass Du Dir das einprägst, hehe.)

Diese besonderen Tage ehren

Dass ich meinen monatlichen „Herbst“ seit ein paar Jahren bewusst wahrnehme und so ehre wie jede andere Zyklusphase, ist eines von vielen verschiedenen Elementen, die dafür sorgen, dass ich ein zutiefst erfülltes Leben in meiner Kraft lebe. Dass ich immer noch stärker werde.

Ich habe in der Regel (höhö) keine Krämpfe mehr, wenn ich meine Tage bekomme/habe. Manchmal doch (kurz), und das ist auch ok. Vielleicht ist dann da mal ein Schmerz, der mir noch bewusst(er) werden darf. Vielleicht ist es was Kollektives oder was auch immer.

Ist auch nicht so wichtig. Heilung ist kein Selbstoptimierungs-Wettbewerb und Perfektionismus hat hier nichts verloren.

Aber generell habe ich so gut wie keine Beschwerden im Zusammenhang mit meinem Zyklus. Ich bin mir sicher, dass das so ist, weil ich ihn achte. Weil ich mein zyklisches Sein ehre und die Emotionen zulasse, die gefühlt werden wollen. Weil ich mir erlaube, meine Wahrheit zu sehen und zu hören, auch dann, wenn sie mal unbequem und/oder schmerzhaft ist.

Falls Du selbst die als PMS bezeichneten „Beschwerden“ erlebst, lade ich Dich ein, wirklich hinzuhören, was diese Beschwerden Dir eigentlich zu sagen haben. Immer wieder. Mit wirklich offenem Herzen.

Welche Botschaft hat Dein System für Dich? Was ist vielleicht in Deinem Leben im Ungleichgewicht? Wo wendest Du Dich von Deiner Herzenswahrheit ab? Wo verleugnest Du Dich?

Es gibt so vieles zu lernen und zu erfahren…!

Irgendwo in einem Podcast* hab ich neulich jemanden sagen gehört: „Es gibt kein PMS!“ – und das empfinde ich als zutiefst wahr.

(*Ich weiß leider nicht mehr genau, in welchem, sonst würde ich ihn verlinken.)

Das soll natürlich nicht heißen, dass Du Dir als Betroffene Deine Beschwerden ausdenkst. Natürlich sind sie da.

PMS ist keine Krankheit! Sondern Dein eingebauter Bullshit-Sensor, der Alarm schlägt!

Aber was diese Aussage zurecht betont ist: Das ist keine KRANKHEIT! Es ist nicht ein wahlloses Leid, das über uns (sündige) Frauen ausgeschüttet wurde.

Es ist Dein Bullshit-Sensor und vielleicht auch einfach eine rote Alarmleuchte, die Dir mitteilen möchte, dass Du Deinen so wertvollen, weisen Bullshit-Sensor schon viel zu lange ignorierst.

Und ja, der Bullshit-Sensor könnte natürlich auch sagen, dass Du Deinem Körper nicht die richtigen Nahrungsmittel gibst. Es geht nicht darum, den Körper zu übergehen.

Aber eins ist für mich ganz eindeutig klar:

Unser Zyklus selbst IST nicht das Problem. Unser Zyklus ZEIGT uns, dass es ein Problem gibt.

Wir Frauen SIND nicht das an sich „Fehlerhafte“ in der Welt, wir ZEIGEN die Fehler auf.

Und das macht uns eben potentiell mal unbequem.

Ja, wir Frauen können wahrhaft ziemlich unbequem werden in der letzten Zyklusphase. (Ok, ich kann das immer – und Du vielleicht auch – aber dann besonders!) Unbequem für die, die unsere Wahrheit nicht hören wollen. Die unsere Grenzen überschreiten. Die unsere Mutter, die Erde, und all ihre Geschöpfe ausbeuten. (Und ja, all das können selbstverständlich auch wir selbst sein!)

Und so ist es aus Sicht des patriarchalen Systems, in dem wir immer noch leben, naheliegend, unseren Schmerz, unsere Trauer, unsere Wut, unseren Ärger als „krank“ zu bezeichnen oder jedenfalls zumindest in die Nähe von Krankheit zu rücken.

Doch dort gehören sie einfach nicht hin!

Erkenne die Kraft Deiner Weiblichkeit

Es ist an der Zeit, dass wir unseren Schmerz, unsere Trauer, unsere Wut, unseren Ärger als berechtigt, notwendig und heilsam erkennen.

Dass wir uns erlauben und uns den Raum nehmen, diesen Schmerz, diese Trauer, diese Wut, diesen Ärger zu spüren. Und den Schmerz der Erde.

Es ist an der Zeit, dass wir uns diesen Teil unseres Zyklus im großen Stil zurückerobern und uns nicht mehr als „überemotional“, „launisch“ oder was weiß ich noch alles abstempeln lassen.

Wir sind die Wahrheitsbringerinnen.

Wir sind die Weisheitsbringerinnen.

Es ist höchste Zeit, das wieder zu ehren und uns in unserer ganzen Kraft anzunehmen!

Nur so können wir diese Energien transformieren. Nur so können wir als einzelne Menschen und als Welt heilen. Wir müssen es fühlen, damit es sich auflösen und zu etwas Neuem werden kann.

Zu unserem neuen Leben. Und zu unserer neuen Welt.

So sei es.

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Namaste.

Beitrags- und Pinbild: Brooke Cagle via unsplash.com

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About the author

Suzanne: Suzanne ist spirituelle Lehrerin, Speakerin & Autorin.

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